Reise ins "Heilige Land"

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Programm am 12. Mai: Fahrt nach Betlehem, Yad Vaschem, En Kerem.

Betlehem   (arabisch Beit Lahem) liegt 9 km südlich von Jerusalem inmitten einer hügeligen Gartenlandschaft. Es ist die Geburtsstadt Davids und Jesu, eine der bedeutendsten Pilger- und Touristenstätten des Heiligen Landes. Betlehem liegt 765 m über dem Meeresspiegel und ist umgeben von Bergen, die sich nach Osten in die Judäische Wüste ausbreiten und phantastische Ausblicke auf eine Landschaft mit Weinbergen, Olivenbäumen und winzigen Dörfern bieten. Es ist eine der wohlhabendsten Städte Palästinas, mit einer außerordentlich fruchtbaren Erde. Aus seiner relativen Ruhe erwacht das Städtchen nur zur Zeit der weihnachtlichen Pilgerströme. Die 20.000 christlichen und moslemischen Einwohner leben von Ackerbau, Schafzucht, Handwerk und Handel, vor allem aber vom Fremdenverkehr.

Südöstlich von Betlehem schließt sich der Ort Beit Sahour an. Hier liegen die Hirtenfelder, die Stelle an der - gemäß der Überlieferung - der Engel des Herrn nach der Geburt Jesu die Schäfer aufsuchte. "Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen ... Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird ..." (Lk 2,8-10).

Die Geburtskirche. Der Bau der ursprünglichen Kirche wurde von Helena, der Mutter Konstantins des Großen, begonnen. Sie kam im Jahre 325 n. Chr. auf einer Wallfahrt nach Palästina, um die drei Stätten zu besuchen, die sich seit den ersten Tagen der Christenheit erhalten hatten. Sie wählte die von mehreren Höhlen umgebene Grotte, in der, gemäß mündlicher Überlieferungen, Jesus geboren wurde, als Stätte für eine große Basilika. Der Bau wurde im Jahre 339 n. Chr. von Konstantin vollendet.

Das einst großartige Tor der Kirche, durch welches Kaiser und Kalifen, Pilger aus dem Orient und Okzident schritten, um in frommer Andacht der Geburt Jesu zu gedenken, ist um 1500 auf eine Höhe von 1,20 m und eine Breite von 79 cm verkleinert worden. Die Fremdenführer behaupten, dass man es vor dem Ansturm der Türken verkleinert habe, um diese daran zu hindern, hoch zu Ross in die Kirche zu reiten. Wahrscheinlicher aber ist, dass die Christen hofften, den festungsartigen Bau so besser verteidigen zu können, zumal sie auch die beiden Nebenportale zumauerten. "Tor der Demut" nennen die Betlehemiten dieses Tor, weil sich der Besucher beim Eintreten bücken muss: "Mach dich klein, stolzer Mensch, willst du zu Gott treten, der für dich ein kleines Kind geworden ist!"

Die konstantinische Basilika wurde von rebellierenden Samaritanern 529 n. Chr. zerstört und durch eine größere Kirche an der gleichen Stelle ersetzt. Der Architekt nahm dabei geringfügige Änderungen im Bauplan vor. Diese Basilika wurde während der Herrschaft des Kaisers Justinian gebaut und im Gegensatz zu vielen anderen christlichen Monumenten 641 nicht von den persischen Invasoren zerstört.

Die fünfschiffige Basilika wurde während der Herrschaft der Kreuzfahrer in Jerusalem (1099-1187) gründlich restauriert. Sie diente ihnen als Krönungskirche für ihre Könige. Im nördlichen Teil stehen die armenischen Altäre der Jungfrau Maria und der Heiligen Drei Könige. Der Altar der Beschneidung im Süden und der Hauptaltar hinter der mächtigen Ikonostase (Ikonenwand aus dem Jahr 1764) im Osten gehören den Griechisch-Orthodoxen.

Auf drei Seiten der Geburtskirche drängen sich mächtige Klostergebäude heran: im Norden das Franziskanerkloster mit der Katharinenkirche, im Südosten das griechisch-orthodoxe und im Südwesten das armenische Kloster. Im Bild der Kreuzgang vor dem Franziskanerkloster.

Auf der Südseite des Altars führt eine Treppe hinunter in die Geburtsgrotte, in der ein silberner Stern an die Geburtsstätte Christi erinnert. Er trägt die lateinische Inschrift: "Hic de virgine Maria Jesus Christus natus est" (Hier wurde von der Jungfrau Maria Jesus Christus geboren).

Ein kunstvoll gestaltetes Portal. Im Zentrum: Darstellung der Geburtsszene in einem Stern. Links oben: Engel Gabriel verkündet Maria die Geburt Jesu. Rechts oben: Ein Engel erscheint Josef im Traum. Links unten: Hirten verehren den Neugeborenen. Rechts unten: Papst Johannes Paul II. öffnet die Türe im Jubiläumsjahr 2000 (?).

Yad Vaschem   befindet sich in Jerusalem auf dem Har HaZikkaron ("Berg der Erinnerung"). Dies ist die bedeutendste Gedenkstätte des jüdischen Volkes, ein monumentales Mahnmal für die sechs Millionen Opfer des Nationalsozialismus. Yad VaShem bedeutet "ein Denkmal und ein Name" und bezieht sich auf ein Wort des Propheten Jesaja: "Ihnen allen errichte ich in meinem Haus und in meinen Mauern ein Denkmal, ich gebe ihnen einen Namen, der mehr wert ist als Söhne und Töchter: Einen ewigen Namen gebe ich ihnen, der niemals ausgetilgt wird" (Jes 56, 5). 
Yad VaShem besteht aus mehreren Bauten, in denen ein Holocaust-Archiv, ein Dokumentationszentrum, ein Forschungszentrum, eine Synagoge und ein Kunstmuseum mit Werken jüdischer KZ-Insassen untergebracht sind. Den Mittelpunkt des weiträumigen Komplexes bildet die mächtige "Halle der Erinnerung", die aus groben Bruchsteinen und Beton ausgeführt ist. In den Steinboden sind die Namen der 22 größten Konzentrationslager eingemeißelt. Ein Ewiges Licht leuchtet vor einer Bronzeschale, die die Asche von Opfern aus jedem Lager enthält. In der "Allee der Gerechten" ist jeder Nichtjude, der unter Einsatz seines Lebens Juden gerettet hat, durch einen immergrünen Johannisbrotbaum verewigt.

Vorplatz und Eingangshalle des auf einem riesigen Areal angelegten Mahnmales.

Statue des Dulders Ijob als Erinnerung für das, was das jüdische Volk erlitten hat.

En Kerem   ist ein ländliches Dorf in einer Talmulde am Westrand Jerusalems; es gilt nach christlicher Tradition als Geburtsort Johannes' des Täufers. Heute ist es ein Vorort der Großstadt Jerusalem, bedrängt von modernen Wohnhochhäusern. Das hebräische En Kerem wie auch das arabische Ain Karim bedeuten "Quelle des Weinberges". Der Ort besteht seit der Mittleren Bronzezeit I (2150-1900) und war auch zur Zeit Jesu bewohnt. Erstmals erwähnt der Prophet Jeremia (um 650-580) den Namen Bet-Kerem (Jer 6,1). Als Geburtsort Johannes' des Täufers wird En Kerem seit byzantinischer Zeit verehrt. Theodosius nennt um 530 zwar keinen Namen, zählt aber den Ort, "wo die hl. Elisabet, die Mutter Johannes' des Täufers, wohnte", zu den bedeutenden Wallfahrtszielen in Palästina. Um 638 wird Ain Karim als Stätte der Verkündigung und der Geburt des Täufers im Georgischen Festkalender aufgeführt.

Bildnis der Begegnung zweier Frauen, die aufgrund von Gottes Gnade die Freude erfahren, dass ein Kind in ihnen heranwächst, die sog. Szene "Mariä Heimsuchung". Hier stand nach der Überlieferung das Haus, in das sich Elisabet, die Frau des Tempelpriesters Zacharias, in den letzten Monaten ihrer Schwangerschaft zurückgezogen hatte, und in das ihre Kusine Maria aus Nazaret kam, um ihr in den Wochen vor und nach der Niederkunft beizustehen (Lk 1,39-56).

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