Liturgie und Haltung

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Inhalt

0   Liturgie als Lehrerin des guten Umgangs
0   Die richtige Haltung beim Kommunionempfang
0   Was ist besser: Mund- oder Handkommunion?

 

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Liturgie als Lehrerin des guten Umgangs

Ein Interview

Seit 30 Jahren lebt Asfa-Wossen Asserate in Deutschland. Aufmerksam studierte der promovierte Prinz des 鋞hiopischen Kaiserhauses die Umgangsformen seiner Wahlheimat und machte sich Notizen. Auf Bitten seines Verlegers entstand daraus das am黶ante Buch "Manieren", das schnell ein Bestseller wurde.

In Ihrem Buch "Manieren" geht es weniger um Tanzschritte und Tischsitten als um eine innere Haltung. Weist sein Erfolg auch auf eine weit verbreitete Sehnsucht hin?
Asfa-Wossen Asserate: Ja, es gibt eine Sehnsucht nach Orientierung und Verbindlichkeit, aber auch nach einem h鰄eren Wesen.

Sie schreiben, dass die Liturgie die eigentliche Schule der Manieren sei.
Man kann m黨elos darlegen, wie sich aus dem liturgischen Dienst der lateinischen und griechischen Kirche die wesentlichen Formen der Ehrfurcht und des Respekts ableiten lassen, die in den europ鋓schen Manieren so lange bestimmend waren.

Die Liturgie hat auch mit der Ehrfurcht vor dem Heiligen zu tun.
Ja. Und was die Religion an Ehrfurcht vor dem Heiligen lehrt, kann man auch auf Menschen 黚ertragen: Ehrfurcht gegen黚er dem Nachbarn, darum geht es auch.

Ist uns beides abhanden gekommen?
Ich bin davon 黚erzeugt, dass wir besonders in den letzten 30 Jahren vieles verloren haben. In dieser Zeit hat man die Ehrfurcht und alles, was nach Patrimonium und Tradition roch, weggeschleudert.

Was hei遲 das konkret?
Der Verlust der Ehrfurcht vor den Eltern und die Respektlosigkeit vor alten Menschen. Im Fernsehen l鋟ft zur Zeit der Werbespot einer Hypothekenbank. An einem Fr黨st點kstisch sitzen Vater, Mutter und Sohn. Der Sohn sagt: "Wir haben es lange versucht, aber es klappt nicht mit uns. Verlasst mein Haus!" Das hei遲: Wenn du fr黨 genug mit dem Sparen anf鋘gst, kannst du sogar eines Tages deine Eltern fortjagen. Soll das unser Ideal sein? R點ksichtslosigkeit und Egozentrismus sind anscheinend die neuen Werte, die wir propagieren.

In Ihrem Buch geht es auch um die R點ksicht vor den heiligen R鋟men. Viele Leute wissen nicht mehr, dass Kirchen Orte des Heiligen sind, die man nicht mit M黷ze oder Badezeug, Eis lutschend oder rauchend betritt.
Das ist eben das schlechte und unwahre Verst鋘dnis der Freiheit. Wissen Sie, dieses Grenzenlose. Es gibt nichts, was ich nicht machen kann. Niemand ist da, der mir irgendetwas zu verbieten hat. Erst recht nicht die Kirche. Die Tabulosigkeit ist das wahre Problem. Sie brauchen doch nur mal im Fernsehen zu verfolgen, was der Mensch heutzutage alles macht. Wohin ist denn die Menschenw黵de gekommen? Es gibt nichts Heiliges mehr. Niemand wei, was man anbeten soll, was man eigentlich glorifizieren soll, was man auch lieben kann. Wir sind in dieser Hinsicht 鋜mer geworden als wir fr黨er waren. Manieren haben mit Achtung zu tun: wie ich mein Gegen黚er behandele.

Auch damit, dass alle Menschen vor Gottes Angesicht gleich sind?
Nach meiner 躡erzeugung haben wir die Philosophie der Gleichheit der Menschen der Sch鰌fungsgeschichte zu verdanken. Was uns als Menschen gleich und auch w黵dig macht, ist der Glaube, dass wir alle im Angesicht Gottes geschaffen worden sind. Der Mensch ist die h鯿hste Kreatur, die die Gnade besitzt, etwas G鰐tliches in sich zu bergen. So w黵de es bedeuten: Einen Menschen umbringen, hei遲 einen Teil Gottes umbringen.

Also geht es bei Manieren letztlich nicht um moralische oder kirchliche Gesetze, sondern um Herzensangelegenheiten?
In erster Linie. Es gibt das wundersch鰊e deutsche Wort "Demut". Ein dem黷iger Mensch ist jemand, der eigentlich keinen Manierenunterricht braucht. Das ist jemand, der immer den anderen in den Mittelpunkt stellt, ohne sich selbst zu vergessen. Demut darf jedoch nicht Selbstverleugnung bedeuten.

Sie sprechen von Demut und Anmut.
Anmut ist das, was wir brauchen, um unser 鋝thetisches Dasein zu kultivieren. Und auch, ich will es jetzt mal poetisch formulieren, den gro遝n Sch鰌fungen Gottes zu huldigen. Ob es eine sch鰊e Frau oder ein sch鰊er Mann ist, ein Baum oder der blaue Himmel. Ich sehe in all diesem unseren gro遝n Sch鰌fer.

Und in dieser Verehrung entsteht Kultur?
Selbstverst鋘dlich: "Wie gro ist Dein Reich und wie wunderbar sind Deine Werke!"

Und Demut?
Und Demut: "Wer bin ich, ohne Deine Gnade? Und wenn Du nicht da bist, der mich gemacht hat? Ohne Dich bin ich nichts - nur ein kleiner Punkt im unendlichen Universum".

Das ist die Kultur der Achtsamkeit gegen Egoismus und R點ksichtslosigkeit.
Genau das ist es, was unsere christliche Kultur ausmacht, dass man sich nicht 黚ersch鋞zt und den anderen immer als den Wichtigeren sieht.

Wird unsere seelenlose Welt w鋜mer, wenn wir uns darauf wieder besinnen?
In der Tat. Wenn ich jetzt in deutschen St鋎ten aus meinem Buch vorlese, wissen Sie, was mich da am meisten freut? Dass ein beachtlicher Teil meiner H鰎er Jugendliche sind. Ich h鰎e aus den Fragen der neuen Generation, dass sie, auf gut Deutsch gesagt, die Nase voll hat von dem, was wir ihnen in all diesen Jahren vorgemacht haben. Sie wollen einen besseren Umgang mit ihren Mitmenschen, der nicht auf Herzensk鋖te basiert. Sie suchen eine neue Orientierung. Diese Art der Gesinnung ist noch ein kleines Pfl鋘zchen. Ich sehe es aber wachsen. Und es ist unsere Aufgabe, es zu hegen, zu pflegen und zu bew鋝sern, damit es eines Tages zu einem starken Baum wird.

Das ist eine Hoffnung.
Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass diese seit Jahren als antiquiert, als nicht mehr brauchbar angesehenen Werte wieder nach Deutschland zur點kkommen.

aus: "Wir brauchen Demut und Anmut". Andere Zeiten: Magazin zum Kirchenjahr. Heft 3/2004: 6f. Mit Asfa-Wossen Asserate sprach Hinrich C. G. Westphal. 
Das Buch "Manieren" ist im Eichborn Verlag erschienen.

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Die richtige Haltung beim Kommunionempfang

Jesus spricht: 処ch bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin f黵 das Leben der Welt. (Joh 6, 51)

In Verk黱digung und Katechese soll immer wieder deutlich gemacht werden, dass in der Gabe der Eucharistie Christus selber sich uns schenkt unter den Gestalten von Brot und Wein. Sowohl das Darreichen des Herrenleibes durch den Spender wie auch das Empfangen durch den Kommunikanten sollen daher in w黵diger Weise geschehen. Der Spender vermeide jede Hast beim Reichen der eucharistischen Gabe und beim Sprechen der Spendeworte.

Der Gl鋟bige streckt die linke ge鰂fnete Hand etwa in Herzh鰄e aus und unterst黷zt diese mit der rechten Hand, so dass beide H鋘de gleichsam einen Thron bilden (hl. Cyrill v. Jerusalem) f黵 den Herrn.1 Diese Haltung soll zu einer deutlichen Geste des Empfangens werden. Wichtig daf黵 ist die innere Vorbereitung, denn jede 鋟遝rliche Geste muss hohl werden und verkommen, wenn sie nicht etwas ausdr點ken kann, was im Menschen lebendig ist.

Die ganze Messfeier mit Wortgottesdienst und Eucharistiefeier ist im Grunde darauf angelegt, uns das Geheimnis der Erl鰏ung vor Augen zu f黨ren: wir Menschen n鋗lich sind schuldig geworden aneinander und gegen黚er Gott. Ohne es verdient zu haben, sind wir aber durch den Opfertod und die Auferstehung Jesu Christi befreit worden von S黱de und Tod zu einem neuen erl鰏ten Leben (vgl. R鰉 3,23f).

Durch den Empfang der heiligen Kommunion in meine ge鰂fneten H鋘de nehme ich diese Erl鰏ungstat Christi ganz bewusst f黵 mein Leben an. Ich stimme zu, dass ich aus eigener Kraft heraus nicht mein Heil schaffen kann, sondern dass ich der Selbsthingabe Christi am Kreuz und dessen Frucht n鋗lich des Leibes des Herrn bedarf, damit mein Leben gelingen kann.

Es kann helfen, wenn ich mir beim Gang von meinem Sitzplatz zum Ort der Kommunionausteilung die Szene des Mannes mit der verdorrten Hand vorstelle: Einmal sa ein Mann in der Synagoge, dessen Hand verdorrt war. Da sagte Jesus zu ihm: Steh auf und stell dich in die Mitte! Und er sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus und seine Hand war wieder gesund. (vgl. Mk 3,1-6) Tats鋍hlich begeben wir uns ja meistens ins Zentrum der Kirche, um unserem Herrn in der hl. Kommunion zu begegnen.

Ohne mich von anderen Dingen ablenken zu lassen, warte ich geduldig und gesammelt bis die Reihe an mich kommt. Der Priester oder Kommunionausteiler zeigt mir nun die Hostie mit den Worten: 凞er Leib Christi, worauf ich deutlich antworte: 凙men, was hei遲: Ja, so ist es. Es ist dies ein kleines Glaubensbekenntnis, eine Unterschrift, die ich gebe, um zu best鋞igen, dass in diesem Brot, das jetzt auf meine H鋘de gelegt wird, Jesus Christus, der Sohn Gottes und Erl鰏er mit seiner heilenden und erl鰏enden Kraft gegenw鋜tig ist.

Dann soll der Gl鋟bige ohne Hast am Orte des Empfanges oder nachdem er einen Schritt zur Seite getan hat mit der unterliegenden Hand die heilige Hostie zum Munde f黨ren, keinesfalls im Gehen oder nach der R點kkehr zu seinem Platz. Bei der Darreichung der heiligen Kommunion in die Hand verlangt es die Ehrfurcht dem Sakrament gegen黚er, dass der Kommunikant auch kleine Teilchen der Hostie, die auf seiner Hand liegen, zum Munde f黨rt.

Wieder an meinem Platz angekommen konzentriere ich mich auf die Gegenwart Gottes in mir. Jetzt habe ich Zeit f黵 ein stilles Gebet des Dankes, der Selbsthingabe und der Bitte. Ich kann an Zach鋟s denken, der seiner Freude 黚er die Einkehr Jesu bei ihm Ausdruck gab, indem er sagte: 凥err, die H鋖fte meines Verm鰃ens will ich den Armen geben, und wenn ich von jemand zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zur點k. Dann sagte Jesus zu ihm: 凥eute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist. (Lk 19,8f)

Es ist ein sehr sinnvoller und verbreiteter Brauch, die Kinder, die noch nicht zur Kommunion gegangen sind, nach vorne mitzunehmen, damit ihnen ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet wird, etwa mit den Worten: 凧esus segne dich! Um dem Kommunionausteiler deutlich anzuzeigen, dass das Kind noch nicht zur Ersten Hl. Kommunion gegangen ist, sollen die Eltern dieses anhalten, die Arme locker nach unten zu halten.

 

Zu beobachtende Fehlformen

1.    Nur eine Hand wird zum Kommunionempfang ausgestreckt.2 Mit einer Hand bin ich eben auch nur halb da, Gott gab dem Menschen schlie遧ich zwei H鋘de. Wenn beide H鋘de wie oben beschrieben dem Kommunionausteiler hingehalten werden, so dr點kt das aus, dass ich mit meinem ganzen Wesen, mit meinem ganzen K鰎per da bin und offen bin, wenn Christus mir in der hl. Eucharistie begegnet. Nur eine ge鰂fnete Hand erweckt den Eindruck, als habe man etwas vor Gott zu verbergen oder als w鋜e einem das nicht so wichtig. In manchen Kulturen st黷zt man beim H鋘desch黷teln den rechten Arm durch den linken, vor allem bei der Begegnung mit einer Autorit鋞. Das bedeutet eine Hochsch鋞zung des Gegen黚ers und dass man sich ganz in diese Begegnung hineinbegibt.

2.  Mit der Hand nach der Kommunion greifen.2 Es ist nicht korrekt, selber nach der Kommunion zu schnappen, so als k鰊nte man sich die Frucht der Erl鰏ung abpfl點ken. Wir m黶sen lernen, uns das Heil von Gott schenken zu lassen, es also als unverf黦bare Gabe zu empfangen. Das dr點kt sich eben am besten in der Weise aus, wie es oben beschrieben ist.

3.  Manche Gl鋟bige halten die Hand, mit der sie die Hostie zum Mund f黨ren wollen, zuoberst, so dass sie erst einmal den Herrenleib in die andere Hand sch黷teln m黶sen, um dann mit der freigewordenen Hand zu kommunizieren. Dies ist ein v鰈lig unn鰐iges Man鰒er mit der Gefahr, dass Partikel oder die Hostie auf den Boden fallen. Halten Sie sich an die einfache Regel: Rechtsh鋘der legen die linke Hand zu oberst und Linksh鋘der die rechte (vgl. Fu遪ote 1).

4.  Falsche Distanz zum Kommunionausteiler. Manche Gl鋟bige bleiben so weit entfernt stehen oder halten die H鋘de so tief und nah an ihrem K鰎per, dass der Kommunionsausteiler sich weit vorbeugen oder gar einen Schritt auf sie zugehen muss. Andere kommen so nahe, dass sie mit den H鋘den an die Hostienschale sto遝n. Beides ist zu vermeiden. Richtig: Die H鋘de in Herzh鰄e, eine Handl鋘ge vor der Hostienschale als flache Schale hinhalten.

 

1 F黵 Linksh鋘der gilt dann das Umgekehrte, sofern sie gewohnt sind, mit der linken Hand die Nahrung zum Munde zu f黨ren: Die rechte ausgestreckte und ge鰂fnete Hand wird unterst黷zt von der linken.

2 Hier sind nat黵lich alle ausgenommen, die aufgrund k鰎perlicher Bedingtheiten keine zwei H鋘de darreichen k鰊nen.

 

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Was ist besser: Mund- oder Handkommunion?

Von Papst Benedikt XVI. / Joseph Kardinal Ratzinger

Auszug aus seinem Buch: "Gott ist uns nah - Eucharistie, Mitte des Lebens." Sankt Ulrich Verlag.
 

"Zun鋍hst m鯿hte ich sagen, dass beide Haltungen m鰃lich sind und alle Priester darum bitten, die Toleranz zu 黚en, die eines jeden Entscheidung anerkennt; ich m鯿hte dar黚er hinaus Sie alle bitten, solche Vertr鋑lichkeit zu 黚en und nicht den anderen zu verd鋍htigen, der sich zu einer bestimmten Form entschieden hat. Aber Sie werden fragen: Ist hier eigentlich Toleranz die rechte Antwort? Oder ist sie nicht bei diesem Allerheiligsten fehl am Platz? Nun, wiederum wissen wir, dass bis zum 9. Jahrhundert die Kommunion stehend in die Hand empfangen worden ist. Das muss gewiss nicht besagen, dass es immer so bleiben soll. Denn das Gro遝 und Sch鰊e an der Kirche ist, dass sie reift, dass sie das Geheimnis tiefer begreift.

Insofern hat die neue Entwicklung [die Spendung der Kommunion direkt in den Mund], die nach dem 9. Jahrhundert begann, durchaus als Ausdruck der Ehrfurcht ihr Recht und ihre guten Gr黱de. Aber umgekehrt m黶sen wir doch auch sagen, dass unm鰃lich die Kirche 900 Jahre lang unw黵dig die Eucharistie gefeiert haben kann. Wenn wir die Texte der V鋞er lesen, sehen wir, aus welchem Geist der Ehrfurcht heraus sie kommuniziert haben. Bei Cyrill von Jerusalem im 4. Jahrhundert finden wir einen besonderen sch鰊en Text. Er schildert in seinen Taufkatechesen den Kommunikanten, wie sie es machen sollen. Sie sollen vorgehen, ihre H鋘de zum Thron bilden, die rechte auf die linke legen, damit sie ein Thron f黵 den K鰊ig sei und zugleich ein Kreuz darstelle. Um diesen symbolischen Ausdruck voller Sch鰊heit und Tiefe geht es ihm: Die H鋘de des Menschen bilden das Kreuz, das zum Thron wird, in das sich der K鰊ig hineinbeugt. 

Die ausgestreckte, ge鰂fnete Hand kann so zum Zeichen daf黵 werden, wie der Mensch sich dem Herrn entgegenh鋖t, seine H鋘de 鰂fnet f黵 ihn, damit sie Werkzeug seiner N鋒e, Thron seiner Erbarmungen in dieser Welt werden. Wer dies bedenkt, wird erkennen: Hier ist es falsch, um diese oder jene Haltung zu streiten. Streiten m黶sen und d黵fen wir allein um das, worum die Kirche vor und nach dem 9. Jahrhundert gerungen hat, n鋗lich um die Ehrfurcht des Herzens, die sich vor dem Geheimnis des Gottes beugt, der sich in unsere H鋘de legt. Wir sollten dabei nicht vergessen, dass nicht nur unsere H鋘de unrein sind, sondern unsere Zunge auch und unser Herz auch, und dass wir mit der Zunge oft mehr s黱digen als mit den H鋘den. Das gr鲞te Wagnis und zugleich Ausdruck f黵 die erbarmende G黷e Gottes ist es, dass nicht nur Hand und Zunge, sondern unser Herz ihn ber黨ren darf. Dass der Herr in uns eintritt und in uns, mit uns leben, von innen her Mitte unseres Lebens und seine Verwandlung werden will."

 

Mein Kommentar

Die Frage, ob der Empfang der Kommunion mit der Hand oder mit dem Mund das Richtige ist, ger鋞 immer wieder zu einer Streitfrage, um die mit ideologischem Eifer gerungen wird. Es ist jedenfalls sicher, dass Jesus beim Letzten Abendmahl gem溥 j黡ischem Mahlbrauch das Brot nahm, es brach und es den J黱gern in die H鋘de austeilte. Zu beachten ist, dass die St點ke des Fladenbrotes sicher auch nicht mit einem Mal h鋞ten heruntergeschluckt werden k鰊nen.

Bis ins 9. Jahrhundert war es allgemeiner Brauch, den Gl鋟bigen das gebrochene eucharistische Brot in die Hand zu legen. Die Spendung der Kommunion in den Mund entstand erst im Fr黨mittelalter aus der Furcht, anhaftende kleine Krumen oder Br鰏el k鰊nten herabfallen und so verunehrt werden. Es handelt sich also um eine Anpassung des Ritus aus Gr黱den der Vorsicht und Ehrfurcht ohne jede andere theologische Bedeutung hinsichtlich der Speisung.

Ist sich Gott zu gut, in unsere H鋘de gelegt zu werden?

Oft wird heute als Argument angef黨rt, dass die H鋘de unw黵dig w鋜en, den Leib des Herrn in Empfang zu nehmen. Demgegen黚er m黶sen wir uns mit unmissverst鋘dlicher Klarheit deutlich machen, dass sich Jesus nicht scheut bei 剈nw黵digen S黱dern einzukehren (vgl. Lk 19,1-10: Zach鋟s, Mt 9,9-13: Levi-Matth鋟s) und dass er und die J黱ger sich nicht einmal vor dem Mahl die H鋘de wuschen, wie es Brauch der Pharis鋏r war (Mt 15,2). Nat黵lich sind die H鋘de unw黵dig, eine solch unfassbare Gabe wie den Erl鰏er der Welt zu empfangen, aber ist nicht die Zunge und ist nicht unser ganzer Mensch gleicherma遝n unw黵dig? Und doch ist es die Freude des Herrn, gerade bei uns unw黵digen Dienern einzukehren (vgl. Mt 10,18; Mk 2,17).

Ob die Zunge ein w黵digeres Teil des Menschen ist, m黶sen wir zudem mit dem Jakobusbrief aufs St鋜kste bezweifeln (Jak 1,26; 3,6): 刉er meint, er diene Gott, aber seine Zunge nicht im Zaum h鋖t, der betr黦t sich selbst und sein Gottesdienst ist wertlos. 凞ie Zunge ist ein Feuer, eine Welt voll Ungerechtigkeit. Die Zunge ist der Teil, der den ganzen Menschen verdirbt und das Rad des Lebens in Brand setzt; sie selbst aber ist von der H鰈le in Brand gesetzt.

Auf die Ehrfurcht im Herzen kommt es an

Hand- oder Mundkommunion - ist das eine besser als das andere? Von dieser Frage her ideologische Gr鋌en aufzuwerfen und Andersdenkende als unw黵diger anzusehen, widerspricht direkt dem Geist der Eucharistie. Hat Jesus Christus nicht f黵 seine J黱ger gebetet (Joh 17,21): 凙lle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast. Setzen wir doch Gottes Wort nicht um unserer Br鋟che willen au遝r Kraft! (vgl. Mt 15,6)

Sowohl bei der Mund- als auch bei der Handkommunion kann Ehrfurcht zum Ausdruck kommen. Wichtig ist es, dem黷ig zu sein im Wissen um die eigene S黱dhaftigkeit und die Freude zu ersp黵en, dass Jesus gerade bei mir, so wie ich bin, einkehren will, um mich zu heilen.

Niemand darf gegen seinen Willen zu einer bestimmten Form des Kommunionempfangs gezwungen werden: Die Deutsche Bischofskonferenz stellt es den Gl鋟bigen frei, zwischen der Spendung in den Mund oder in die Hand zu w鋒len. Sie m鰃en jene Form w鋒len, die ihnen pers鰊lich als gr鲞ere Hilfe zum and鋍htigen Empfang des Herrenleibes erscheint. (Richtlinien der Deutschen Bischofskonferenz zur Kommunionspendung, 1.-4. M鋜z 1971)

Verliert den Blick nicht f黵 die gro遝 Aufgabe!

Es ist eine Versuchung, wenn wir uns 黚er 膗遝rlichkeiten, wie die Frage ob Mund- oder Handkommunion, in die Haare kriegen und dabei die gro遝 Aufgabe aus dem Blick verlieren. Es gibt gro遝 Herausforderungen, die unsere Zeit an alle stellt, die sich f黵 die Nachfolge Jesu entschieden haben. Der Auftrag, Botschaft Gottes f黵 die heutigen Menschen zu werden, erfordert alle Kraft und vereinte Entschlossenheit der christlichen Gemeinde, deshalb darf sie nicht ihr Blut und ihre Lebenskraft vergeuden, indem sich selbst Wunden schl鋑t.

Zum Nachdenken

Vielleicht k鰊nen folgende zwei Gedanken Hilfe f黵 eine neue Perspektive sein:

1. Jesus Christus hat sich nie vereinnahmen lassen von menschlichen Ma遱t鋌en, wonach die einen als w黵dig, die anderen aber als unw黵dig gelten. Durch die Heilung und R點kgliederung von "Auss鋞zigen", d.h. von Menschen, die von der menschlichen Gemeinschaft wegen ansteckender Krankheiten ausgeschlossen und ausgesto遝n waren, hat er gezeigt, dass sich Reich Gottes verwirklicht, wenn es keine Ausgesto遝nen mehr gibt. Durch das gemeinsame Essen mit verrufenen Leuten hat er ein Zeichen setzen wollen: F黵 Gott gibt es keine verachteten oder geringerwertigen Menschen, denn er wei, dass - manchmal zwar in h鋝slicher  Verformung - in jedem sein eigenes Ebenbild schlummert, das nur darauf wartet, zur sch鰊en Gestalt erweckt zu werden.

Frage: Wo erkenne ich in unserer heutigen Gesellschaft, in der Begegnung mit Menschen Formen von Ausgrenzung und Abwertung? Diese k鰊nen manchmal sehr versteckt und subtil sein, sie treten oft nicht sichtbar vor's Auge, und doch k鰊nen sie ungemein unser Handeln beeinflussen. Was kann ich also als wahrer J黱ger, als wahre J黱gerin Jesu tun - in meinem Denken, Reden Tun - , um heute seine Botschaft der neuen, gleichberechtigten Menschenfamilie in Gott zu leben?

2. So wie das "auserw鋒lte" Volk es lernen sollte, so muss auch die Kirche begreifen, dass die besondere N鋒e zu Gott niemals als Privileg betrachtet werden darf, welches einem das Recht g鋌e, andere als von Gott hintangesetzt oder gar versto遝n zu betrachten. Die Auserw鋒lung durch Gott ist nicht Vorrecht, sondern vielmehr Auftrag. Gott nimmt sich mancher Menschen oder Gruppen besonders an, damit diese sich zum Zeugnis f黵 alle Menschen umgestalten lassen. Dadurch will Gott letztlich alle Menschen erreichen, damit jedes seiner Gesch鰌fe gerettet wird und zu seinem Sch鰌fer heimfindet.

Frage: Wo sehe ich M鰃lichkeiten, dass Menschen au遝rhalb des Kirchenraumes durch meine Hilfe erfahren k鰊nen, wie wertvoll sie in den Augen Gottes sind? Bin ich bereit, mich von Gott in Dienst nehmen zu lassen, damit andere - vielleicht auch mir fremde oder gar suspekte, unsympathische - Menschen von ihrer Befreiung in Christus erfahren?

  

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