Die Unterschrift Jesu

J esus von Nazaret hieß mit komplettem Namen "Jehoschua", was in abgekürzter Namensform auch als "Joschua" oder "Jeschua" üblich war. Im Alten Testament kommt der Name des öfteren vor, nicht nur als Name des Mosenachfolgers Josua (vgl. Gen 46,17; 1 Chr 24,11). Im nachexilischen Judentum ist er so gebräuchlich, dass Josephus Flavius (ein jüdischer Geschichtsschreiber) zwanzig Männer dieses Namens anführt, davon die Hälfte für die Zeit Jesu von Nazaret. Der Name erscheint auch öfter auf Papyri und in Inschriften, darunter einmal auch ein Jesus, Sohn Josefs. Im Neuen Testament findet sich in der Ahnenreihe Jesu ein Eliesersohn Joschua (Lk 3,29), und unter den Mitarbeitern des Apostels Paulus wird ein Jesus genannt (Kol 4,11).

D er Name bedeutet im Hebräischen "Jahwe rettet, ist Heil". Diese Namensdeutung und -begründung gibt auch der Engel Josef im Traum: "Ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen" (Mt 1,21; vgl. Lk 1,31). In der griechischen Sprache wird der Name dann "Iesous" geschrieben, wovon unser Wort "Jesus" abgeleitet ist.

So hat Jesus seinen Namen geschrieben:

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D ie Schriftzeichen dieser aramäischen Inschrift, die 1934 auf einem antiken Ossuar (Gebeinkasten) gefunden wurden, bedeuten "Jeschua". Seit dem 6. Jht. v. Chr. wurde im jüdischen Volk zunehmend Aramäisch gesprochen, so dass zur Zeit Jesu Aramäisch als Umgangssprache das Hebräisch verdrängt hatte. Aramäisch wird genau wie das verwandte Hebräisch von rechts nach links geschrieben; außerdem werden nur die Konsonanten notiert, die Vokale sind beim Lesen zu ergänzen. Das Alte Testament ist jedoch größtenteils in Hebräisch geschrieben, nur kleine Teile sind in Aramäisch und Griechisch verfasst (vgl. z. B. Daniel, Ester).

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