PRAKTISCHES

Mit Gewinn die Bibel lesen

Wenn wir uns bewusst machen, wie vielschichtig die Texte der Bibel sind, wie langwierig und verschlungen ihre Entstehung, dann erhebt sich die Frage: Wie können wir heute, nach so langer Zeit, diese "alten" Texte lesen? Welche "Lesefrüchte" sind zu erwarten? Erkenntnis - Staunen - Ermutigung - Glaubenskraft?   Wolfgang Baur 

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Tipps zum Bibellesen

Umgang mit der Bibel

Persönlicher Kommentar
Lesen Sie die Bibel mit einem Stift (evtl. auch Buntstifte und Selbsthaftnotizen) zur Hand, um wichtige Stellen zu markieren, einen persönlichen Kommentar hinzuzufügen oder Fragezeichen anzubringen. So sind Entdeckungen oder Problemstellen immer gleich erkenntlich.

Lesen im Kontext
Es ist sehr hilfreich, vorliegende Textabschnitte – z. B. auch die Lesungen aus den Gottesdiensten – in der eigenen Bibel nachzuschlagen, um so zu sehen, in welchem Kontext („der Text drumherum“) sie stehen. Die vorhergehenden Überschriften und Textverse sowie auch die nachfolgenden lassen die größeren Zusammenhänge entdecken. Isolierte Bibelverse sind sehr anfällig für zurechtgelegte Interpretationen.

Sich der Fußnoten bedienen
Die katholischen Bibelausgaben sind meistens mit ausführlichen Fußnoten ausgestattet. Lesen Sie zu einer Textstelle die betreffenden Parallelstellen, Anmerkungen und Kommentare, die am unteren Rand der Seite angegeben sind. Am Seitenrand, in Höhe der entsprechenden Stelle (v. a. Jerusalemer Bibel) oder im Fuß, finden sich auch oft Querverweise; diese führen Sie zu anderen Stellen im AT oder NT, in denen das Inhaltlich-Ausgedrückte der vorliegenden Stelle in ähnlicher Weise vorkommt oder auf die sich der Verfasser direkt bezieht. Auch diese Stellen sollten wieder in ihrem Kontext beachtet werden. So wird sich der Sinn des Textes mehr und mehr erhellen, denn es gilt, dass ein Schrifttext immer im Gesamt der Bibel ausgelegt werden muss.

Stichwortregister und Einleitung
Zur weiteren Vertiefung können Sie auch im Stichwortregister ganz am Ende der Bibel Begriffe nachschlagen. Sie finden dort zusätzliche Bibelstellen zum Thema und auch Erklärungen. Dann steht vor dem ersten Kapitel eines jeden Buches in vielen Bibeln eine Einleitung, die die näheren Umstände des Textes erklärt: Zeitliche Situierung, geschichtliches-, politisches und religiöses Umfeld, Autor, Adressaten, Gliederung und Inhalt usw.

Konkordanz und Bibellexikon
Als zusätzliche Hilfsmittel können Sie eine Konkordanz benutzen, in der die verschiedenen Schriftstellen nach Begriffen geordnet sind, so dass man leicht alle Verse finden kann, in denen z. B. ‚König’ vorkommt. Das erleichtert auch das Auffinden einer gesuchten Stelle. Dann gibt es natürlich Bibellexika, die noch viel ausführlicher die Wörter der Bibel erklären.

Die Heilige Schrift immer zur Hand

Es gibt keinen anderen Zugang zur Heiligen Schrift, als dass man sie dauernd greifbar hat. Man muss sie packen können, sie muss mir so im Wege liegen, dass ich darüber stolpere. Wer  macht schon einen Ausflug ins Etagenzimmer, wenn er im Wohnzimmer des Erdgeschosses ein paar Minuten Zeit hätte, um in die Heilige Schrift zu schauen. Oben in der Etage nützt die kostbarste Bibelausgabe nichts. Unten neben der Stehlampe muss sie liegen, und sei es auch eine ganz abgegriffene Ausgabe. Je abgenutzter eine Bibel ist, um so mehr ehrt sie den Besitzer.   Klaus Weyers.

Ein Wort nach dem Aufwachen

Wenn man mich fragen würde, wie ich es denn heute mit dem Buch halte, das für mich das wertvollste ist, so kann ich meine Verfahrensweise verraten. Wenn bei mir früh der Wecker klingelt, greife ich sofort und automatisch zur Heiligen Schrift und lese ein paar Zeilen. Zur Zeit ist der Römerbrief dran. Manchmal genügt mir ein einziger Satz aus diesem Brief, manchmal sind es einige Verse, selten einmal ein ganzer Abschnitt. Es kommt nicht auf Vollständigkeit an und nicht auf Hochleistungsnorm. Ich will als erstes am Morgen Kontakt bekommen mit dem Wort Gottes. Ob das jemand auf der Welt auch so macht wie ich, ist nicht entscheidend. Wichtig ist nur, dass jeder seine eigene Art findet, an der Bibel dran zu bleiben. Mit ein wenig Phantasie und Überlegung lässt sich da viel mehr erreichen, als man sich selbst zutraut. Seine Erfahrungen mit der Bibel muss jeder selbst machen.   Klaus Weyers.

Sich das Wort zu Herzen nehmen

Lesen Sie nicht schnell über den Text hinweg, wie bei einer Zeitung; weniger ist hier oft mehr. Nehmen Sie sich Zeit, lassen Sie Gott zu Ihnen sprechen. Sind Sie von einem Vers angesprochen, lernen Sie ihn ruhig einmal auswendig. Im Französischen sagt man apprendre par coeur, das heißt übersetzt: mit dem Herzen lernen. Nehmen Sie Ihr Wort mit in den Tag oder die Woche, und Sie werden feststellen, dass das Wort Gottes ganz schön lebendig ist. Die Bibel ist ja keine wissenschaftliche Abhandlung, die nur rational begriffen werden müsste. Sie ist vor allem gesammelte Erfahrung, und erst in neuer Erfahrung wird sie wieder zum Leben erweckt. Die im Text geschilderten Situationen der Gottesbegegnung werden so im eigenen Leben zum Klingen kommen.

Mit fünf Fragen tiefer dringen

Um tiefer in einen Text einzudringen, können Sie versuchen, für sich folgende Fragen zu beantworten. Sie haben sich beim Bibelgespräch mit einer Jugendgruppe herauskristallisiert:

- Was verstehe ich nicht an diesem Text?

- Was bewegt mich darin zum Danken?

- Welche Schuld wird mir aufgedeckt?

- Welche Erwartungen hat Gott an mich?

- Was darf ich von Gott erwarten?

Schwierige Bibelstellen

Eine eigene Sache ist es um die schwierigen Stellen der Hl. Schrift. Gewiss bin ich der Meinung, dass der Anfänger zuerst mit den leichteren Partien der Bibel sich befassen soll. Man soll ihm sogar den Grundsatz nahe legen: Gehe über schwierige Stellen ruhig hinweg und mühe dich nicht ab, sie zu verstehen. Denn auch aus den leichten Stellen spricht Gott, und deren gibt es sehr viele. Allmählich wird die Zahl der schwierigen Stellen immer geringer werden. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass eine solche Stelle plötzlich blitzartig aufleuchtet und den tiefsten Sinn gibt. Es ist ja auch verständlich, je geheimnisvoller eine Schriftstelle ist, um so tiefer ist sie im Geiste Gottes verankert und um so größer wird die Erkenntnis Gottes, wenn man die Stelle ergründet. Solche Entdeckungen gehören zu den größten geistigen Freuden.   Pius Parsch

In Gemeinschaft geht’s besser

Es ist die Erfahrung vieler Bibelleser, dass selbst bei bestem Willen bald eine Lesemüdigkeit eintritt. Viele Dinge versteht man einfach nicht, und es gibt auch tatsächlich Stellen, die langweilig erscheinen. Eine ungemeine Bereicherung ist es, die Bibel gemeinsam zu lesen und gemeinsam zu teilen (vgl. Spirituelles/Bibelarbeit dieser Website). Suchen Sie in Ihrer Gemeinde oder der näheren Umgebung einen Bibelkreis oder eine Bibel-Teilen-Gruppe auf. Falls keine solchen vorhanden sind, interessieren Sie Ihre Freunde/innen und beraten Sie sich mit Ihrem Gemeindeleiter, wie ein Bibelkreis gegründet werden kann. – In vielen Diözesen Deutschlands gibt es Weiterbildungsprogramme und Kurse zum Thema Bibel. Fragen Sie bei Ihrem Gemeindeleiter nach oder schauen Sie im Internet nach: Die deutschen Bistümer).

 

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