Holzschnitte zur Bibel

Pfarrer Wilhelm Speicher stammt aus dem Saarland und versieht jetzt im Ruhestand seinen seelsorglichen Dienst in einer Kirchengemeinde am Bodensee. Neben der Ausübung seines Berufes, hat er von Jugend auf vielfältige schöpferische Kräfte entwickelt; sei es im homöopathischen Bereich, in der Poesie oder der Bildenden Kunst. 

Auf dieser Seite sind einige seiner zahlreichen Holzschnitte zur Bibel zu sehen. Ausdrucksstark, voller Dynamik, tiefsinnig, so präsentieren sich seine Werke, die eine neue Perspektive für das Verständnis des Schrifttextes eröffnen können. Ergänzt werden die Bilder durch von ihm verfasste Texte. Meditieren Sie zentrale Ereignisse der Bibel anhand der Holzschnitte von Pfarrer Speicher.

© Alle Rechte beim Künstler.

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ZWEI STAMMVÄTER
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- Ölgemälde -
siehe Gen 16,1-16

"Verstoße Hagar - deine Magd 
mit ihrem Knaben Ismael. 
Erbe mit Isaak - unserm Sohn 
darf er nicht werden!"

Saras Worte verdrießen Abraham.
Ismaels Blut ist auch seines.

Gott aber schlichtet den Streit,
dass Friede bleibe im Hause Abrahams.

"Höre auf Sara!
Entlasse die Magd!
Doch auch für Hagar sei ein Lachen:
Ismael - deinen und ihren Sohn,
werde zum Stammvater eines 
freien, großen Volkes ich machen!"

 

ABRAHAM, DEINEM SOHN TU NICHTS ZULEIDE!
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siehe Gen 22,7-14

Warum vernahmen die Väter
ihm zuvor, auch später nicht,
Gottes rettenden Ruf?

Hat der Vater der Menschen
nicht allen Eltern zugeraten:
Gebt Leben euren Kindern,
nicht Tod und Schaden!

Abrahams Herz hörte
dies heilige Gebot,
milder als Götzen-Opferspruch
harter Heidentradition.

Wird so zum Vater der Völker,
des Lammes selbst, im Schoß,
des Blut für alle floss,
Leben schenkte und verschont'.

 

KÖNIG DAVID
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- Ölgemälde -
siehe 2 Sam 11,1-12,25

Batseba badet -
König David zur Schau?
David schaut die schöne Frau,
und sie empfängt.

Dies Bös-Geheime
drängt zu noch bösrer Tat.

"Dass Urija falle!",
ein Mann der Treue,
ehrlos, vom Feinde,
verbrieft durch Verrat.

Gott aber sieht.
Sendet Prophet Natan,
der spricht:
"Dies Kind eurer Untreue
überlebt nicht!"

 

JONA IST JEDER
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siehe Jona 1,10-2,1

Ninive Rettung zu bringen
wird Jona ausgesandt.
Ihr Schicksal legt Gott
in eines Menschen Hand.
Jona weigert sich, flieht,
taucht unter in's Meer.
Doch erneut zum Auftrag
ergreift ihn der Herr.

Menschen- und Weltnot zu beheben
steht in jedem Lebensplan.
Doch wer hört hin, versteht
und geht die Sache an?

 

JOHANNES DER TÄUFER
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siehe Mt 3,1-12

Seht, dort naht,
den Gott sendet.
Leben für die
Wüsten der Welt.
Er ist der Heilige,
das Lamm, das sühnt und siegt
über Sündentorheit
und Tod.

Lasst die Straßen der Laster,
üble Gewöhnung an's Gemeine!
Raum gebt dem Guten!
Besseres plant!

 

KAUFMANN MIT PERLE
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siehe Mt 13,44-46

Perle, kostbar, rein,
lange gesucht, jetzt
in des Kaufmann's Hand,
als sei sie sein.
Doch übermaßen
wächst ihr Glanz,
überrand - schließt
rings ihn ein.

Sich ihr zu lassen,
die er - die ihn fand;
diese Freude trägt
und erfüllt ihn ganz.

 

JEDER MUSS ÜBER DAS WASSER
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siehe Mt 14,22-33

Jesus ruft Petrus zu:
"Komm über's Meer!"
Petrus geht über's Wasser,
bevor er's erwägt,
glaubt, und es trägt.

Da naht aus dem Raum
Flutenbrausen und
Wellenschaum:

"Mich schlingt das Meer!",
schreit er,
"rette mich, Herr!"
Der reicht seine Hand,
führt ihn zum Bootesrand.

Über die Wasser
des Lebens - des Todes
müssen wir alle.

Viele sinken unter
in Zweifelsgedanken.
Der Herr aber rettet
aus Sturm und Wanken.

 

DER EINE DENAR
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siehe Mt 20,1-16

Groß Glück!
Gewonnen!
Der Letzten Letzter,
dass ich noch begonnen,
darum mein Tanz.

Meine Freude,
kaum zu stauen.
Lasse strahlen,
andere schauen,
meinen Denar.

Was man bot?
Mehr wenig als viel.
Zwischen zwei Fingern
reicht's zum Spiel,
dafür sich plagen?

Von Zeit und Hitze
gebeutelt, ausgesogen,
ich, Erster der Arbeit,
gemein betrogen;
ein falscher Vertrag.

Der Herr aber spricht:
Gottes Güt und Wille
begrenze nicht euer Neid.
Jedem sei Fülle,
meine ganze Herrlichkeit.

 

ÖLBERGSZENE
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siehe Mt 26,36-46

Schützend beugt er sich
über die schlafende Kirche.

Beim Abendmahle
umarmte er sie.
Die Nacht enthüllt ihn 
als Bräutigam im Blute.

Sein Ja der Vermählung
spricht er betend, bittend,
zum Menschen, zum Vater
und verbindet beide,
weit ausgestreckt,
Welt und Himmel.

 

KIRCHE IN NOT
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siehe Mk 4,35-41

Panik - das Schiff
von Brechern umhergerissen;
der Herr aber schläft
auf einem Kissen:

Da - Schreie durch Gischt
"Meister - Schiff in Not!
Kümmert's dich nicht?"

Schon steht er da,
ruft dem Sturme zu:
"Schweige!" und Ruh
ist weit und nah.

Dann aus der Stille
fragt er schlicht:
"Mit euch im Boot
und ihr traut mir nicht?"

 

DER PROPHET - VERSPOTTET, VERJAGT
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siehe Mk 6,6-13

"Den Staub vom Fuße schüttelt,
wo euer Wort nicht ankommt!"
Geht fort - nehmt mit
Segen und Frieden,
den ihr dort angeboten.

Verlasst diese Stätten,
die nicht wert sind,
der Gegenwart Gottes des Herrn.

 

GEH HINTER MICH!
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siehe Mk 8,31-33

Den Herrn, beseit,
herrscht Petrus an:
"Nach Jerusalem gehst nicht!"

Festen Blickes, Jesus widerspricht:
"Satan du, willst verwehren,
was Gottes Will mir zuweist?"

"Mir gleich, am Kreuze,
kommst auch du zu Ehren,
das jetzt du Schande heißt."

Dem Kreuz wird jeder unterzogen,
ob er zupackt, tragbereit,
danach allein, sein Werk wird gewogen.

 

SAMARITER AUF UNSEREN STRAßEN
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siehe Lk 10,25-37

Sie stehen,
sehen seine Not.
Gehen vorbei
an Trümmern, an ihm,
zwischen Leben und Tod.

"Soll er liegen,
so blind abzubiegen".
"Keine Zeit - Tut mir leid".
"Muss zur Arbeit - Mein Brot".

Einer nur,
sein Herz ist weit,
lässt gehn die Zeit,
lässt stehn sein Brot,
sieht nur die Not,
ist bereit.

Packt zu ohne Wort,
trägt ihn zum Leben
liebend fort.

 

DIE VERLORENE DRACHME
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siehe Lk 15,8-10

Drachme - einer Frau,
verlorener Lohn,
seit Tagen schon.

Sie fegt die Stube aus,
findet sie und tanzt
von Haus zu Haus.

Genauso ist Gott froh,
wenn jemand verirrt,
sich heimholen lässt.

Auch ihm ist's ein Fest.
Denn was wäre der Himmel,
bei all seiner Pracht,

wenn niemand dort
tanzt und lacht.

 

EHEBRECHERIN
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siehe Joh 8,1-11

Herr! Mein Tränengesicht
deckst du vor Klägern.
Sie fordern Gericht,
um mich zu töten.
Du bist's, der spricht:
"Wer rein - werfe den Stein!"
Da fliehen sie dein Licht,
selbst in Schamesnöten.

Deine Hand aber hält
von jedem, der fällt
und zu dir sich kehrt,
fern das Erröten.

 

KRIEGSREITER
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siehe Offb 6,1-11

Eingeholt
hat ihn die Flamme,
mitten im Vorwärtsrasen:
Das Feuermeer,
das er entzündet;
wird von rückwärts
ihn selber fassen,
ein glühender Mantel
dem eigenen Lande.

Nichts bleibt als Asche
und Erde, verbrannte.

 

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