Psalm 103, 1-14 (Einheitsübersetzung)

1

Lobe den Herrn, meine Seele, und alles in mir seinen heiligen Namen!

2

Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:

3

der dir all deine Schuld vergibt und all deine Gebrechen heilt,

4

der dein Leben vor dem Untergang rettet und dich mit Huld und Erbarmen krönt,

5

der dich dein Leben lang mit seinen Gaben sättigt; wie dem Adler wird dir die Jugend erneuert.

6

Der Herr vollbringt Taten des Heiles, Recht verschafft er allen Bedrängten.

7

Er hat Mose seine Wege kundgetan, den Kindern Israels seine Werke.

8

Der Herr ist barmherzig und gnädig, langmütig und reich an Güte.

9

Er wird nicht immer zürnen, nicht ewig im Groll verharren.

10

Er handelt an uns nicht nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Schuld.

11

Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch ist seine Huld über denen, die ihn fürchten.

12

So weit der Aufgang entfernt ist vom Untergang, so weit entfernt er die Schuld von uns.

13

Wie ein Vater sich seiner Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über alle, die ihn fürchten.

14

Denn er weiß, was wir für Gebilde sind; er denkt daran: Wir sind nur Staub.

Vier Texttransformationen zu Psalm 103

  Vier Exerzitienteilnehmer haben sich einige Verse aus Psalm 103 auf individuelle Weise zu eigen gemacht.

 

1 Gott allein ist Herr, ihn sollst du preisen, mein Geist und mein Wesen.

2 Alles, was ich habe, kommt von Ihm; das Leben ist wunderbar. Heutzutage sagt man, dass unsere Fähigkeiten Teil der menschlichen Natur sind. Ich sage aber, alles, was an mir geschieht, kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

10 Wenn man einen Fehler macht, wird man bestraft und als Gesetzesbrecher bezeichnet. Der Herr aber verzeiht mir meine Schuld und schenkt mir einen neuen Anfang. Wie groß ist seine Barmherzigkeit! Auf ihn vertraue ich.

13 Er begleitet mich auf meinen Lebenswegen und ist mir nahe. Er lässt mich in Freiheit meinen Lebensweg bahnen. Er gibt mir aber eine Richtung vor, wenn ich nicht weiß, wie ich mich entscheiden soll.

14 Das Werk Gottes ist wunderbar. Alle Lebewesen im Universum sollen ihn erkennen und anbeten. Überall ist Gott anwesend, und nirgendwo ist er abwesend. Ich will ihn preisen, denn wunderbar sind seine Taten.

Moses

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10 Jeder braucht mehr Liebe, als er verdient, deshalb hält der Herr uns unsere Sünden nicht vor; er rechnet nicht nach unseren Schulden mit uns ab.

11 So groß die Entfernung zwischen Himmel und Erde ist, so nah ist Er bei denen, die anerkennen, dass Er der Herr ist.

12 So weit die Sonne beim Aufgang vom Untergang entfernt ist, so weit verbannt Er unser Versagen.

13 Wie ein guter Vater seine gestrauchelten Kinder liebt, so ist der Herr zu allen, die zu ihm finden.

Matthias

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1 Herr, in meinem Leben habe ich viele Prioritäten. Aber ich will, dass Du meine erste Priorität bist. Was ich mache, mache ich zu deiner Ehre.

2 In allen meinen Beschäftigungen soll ich nicht vergessen, dass Du die Quelle von allem bist, was gut ist,

3 dass Du mir jeden Tag neues Leben schenkst, dass Du mich liebst, obwohl ich manchmal tue, was gegen Deinen Willen ist, dass Du immer da bist und darauf wartest, dass ich zu Dir zurückkomme.

4 Im Kampf des Lebens habe ich Verletzungen davongetragen; Du kommst zu mir, um meine Wunden zu heilen.

5 Wenn ich das Gefühl habe, dass es keine Hoffnung mehr gibt, dann bist Du da. Warum soll ich noch Sorgen haben, wenn Du da bist? Du gibst mir Mut, weiter zu suchen.
Wie kann ich meine Dankbarkeit Dir gegenüber ausdrücken? Du hast mein ganzes Leben gesegnet. Was noch außer Dir soll ich suchen? Mein Leben gehört Dir.

Genesis

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1 Raff' dich auf und sei nicht träge, gib Gott die Ehre, die ihm gebührt!

2 Hast du denn nicht allen Grund, dich bei Ihm zu bedanken? Auch wenn es dir schwer fällt, denk' mal wieder nach über das, was du erlebt hast.

3 Sie wollten dir verbieten zu leben, und du selbst hast nicht mehr an dich geglaubt; bis Er kam.

4 Er glaubte an dich und machte dir Mut, es mit Ihm zu wagen.

5 Er ist es, von dem du das Leben erhältst, Er ist es, der es dir neu schenkt, immer wieder neu.

Thomas

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1 Korinther 13,1-13 (Einheitsübersetzung)

1

Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. 

2

Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. 

3

Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte, und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts. 

4

Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. 

5

Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. 

6

Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. 

7

Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. 

8

Die Liebe hört niemals auf. Prophetisches Reden hat ein Ende, Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht. 

9

Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden; 

10

wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk. 

11

Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, legte ich ab, was Kind an mir war. 

12

Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin. 

13

Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

 

Texttransformation zu 1 Korinther 13,1-13 (Das Hohelied der Liebe)

  Entstanden in einer Gemeinde Nordbrasiliens auf dem Hintergrund der großen sozialen Schieflage zwischen Großgrundbesitzern und Kleinbauern.

 

Wenn ich Englisch, Französisch, Spanisch, Deutsch und Chinesisch könnte
und noch ein Dutzend anderer Sprachen,
aber keinen Zugang zu anderen Menschen hätte,
wertlos wären all meine Worte.

Wenn ich studiert hätte und Doktor wäre
und mich fortwährend weiterbildete,
aber für die Probleme des Volkes kein Gespür hätte,
Firlefanz wäre all meine Bildung.

Wenn ich im geschundenen Nordostbrasilien lebte,
aber von den Leiden dieser Menschen keine Ahnung hätte
und meine Ferien im Süden oder gar in den USA oder Europa verbrächte
und nichts täte für die Förderung dieser Menschen,
nichts wäre dann mit meinem Christentum.

Wenn ich das schönste Haus in meiner Straße besäße
und mich kleidete nach Maßgabe der Mode,
aber meine Verantwortung vergäße für die Mitbürger meiner Stadt,
die kein Schuhwerk besitzen, stinken und in Lumpen gehen,
ein aufgetakeltes Mannequin wäre ich dann.

Wenn ich meine Wochenenden auf Festen und Empfängen verbrächte,
ohne den Hunger, die Arbeitslosigkeit, Unwissenheit und Krankheit zu sehen,
ohne den erdrosselten Schrei dieses leidenden,
an den Rand der Geschichte gedrängten Volkes zu hören,
zu nichts taugte ich dann.

Der Christ flieht nicht vor den Herausforderungen seiner Zeit,
legt nicht die Arme in den Schoß, hält nicht einfach den Mund,
lässt es nicht bei Überlegen bewenden,
verschließt nicht die Augen vor der Ungerechtigkeit
und vor den himmelschreienden Ungleichheiten dieser Welt.

Der Christ kämpft für Wahrheit und Gerechtigkeit -
mit den Waffen der Liebe.

Der Christ wirft nicht die Flinte ins Korn
und resigniert nicht trotz Schwierigkeiten und Rückschlägen
Denn er weiß, dass das Einzige,
was von all dem Bestand hat,
die Liebe ist.

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Matthäus 25,35c.42a (Einheitsübersetzung)

35

...ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen.

42

Denn ich war hungrig, und ihr habt mir nichts zu essen gegeben;

 

Texttransformation zu zwei Versen aus Mt 25,31-46 (Vom Weltgericht)

  Ausbau des Verses 42 mit Negativbeispielen aus der modernen Welt.

Ich war hungrig, und Ihr habt meine Nahrungsmittel Eurem Vieh verfüttert. 

Ich war hungrig, und Eure Konzerne pflanzten auf meinen besten Böden Eure Wintertomaten. 

Ich war hungrig, und Ihr wolltet nicht auf das Steak aus Südamerika verzichten. 

Ich war hungrig, aber wo mein Reis für meine tägliche Mahlzeit wachsen könnte, wird Tee für Euch angebaut.

Ich war hungrig, aber Ihr habt aus Zuckerrohr und Maniok Treibstoff für Eure Autos destilliert. 

Ich war hungrig, aber die Abwässer Eurer Fabriken vergifteten die Fischgründe der Erde. 

Ich war hungrig, aber mit Eurem Geld habt Ihr mir die Nahrungsmittel weggekauft. 

Ich war hungrig, aber für Eure Schlemmer werden exotische Früchte auf meinem Land angebaut. 

Wovor fürchtet Ihr Euch denn? 

Vor dem Verzicht auf überflüssige oder schädliche Genüsse? 

Vor dem Umdenken auf andere Bahnen? 

Vor der Macht der Politiker in der EU? 

Vor der Arbeit, die mit der vermehrten Selbstversorgung verbunden ist? 

Vor dem schiefen Blick Eurer Nachbarn? 

Wovor fürchtet Ihr Euch? 

Ich war hungrig, aber Ihr habt mir das Essen genommen!

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  Ausbau des Verses 35 mit positiven Beispielen aus dem Leben.

Ich war fremd und du bist mit mir aufs Sozialamt gegangen. 

Ich war fremd und du hast mir ein Formular ausgefüllt. 

Ich war fremd und du hast mir einen Brief übersetzt. 

Ich war fremd und du hast mir eine Bürgschaft ausgestellt. 

Ich war fremd und du hast mir geholfen, eine Wohnung zu finden. 

Ich war fremd und du hast Wache vor meinem Haus gestanden, um mich vor hasserfüllten Menschen zu schützen.

 

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